Suchen
Eventrecht im Netz 
Schulenberg & Schenk weblog 

Ein Artikel von RA Schenk LL.M.Eur.

Julia Neigel schaffte 1988 mit dem Song „Schatten an der Wand“ ihren Durchbruch in der deutschen Musiklandschaft. 180.000 Mal wurde das Lied seither verkauft.

Allerdings wurde die Sängerin bei der GEMA nicht als Miturheberin, sondern lediglich als Texterin geführt. Als Urheber für den Erfolgshit wurde vielmehr der ehemalige Pianist, der sich aufgrund einer angeblichen Absprache mit der Künstlerin bei der GEMA als Komponist eintragen ließ, was ihm erhebliche finanzielle Zuwendungen garantierte. Nach der Ansicht von Frau Neigel hatte es eine solche Absprache, nämlich einen Verzicht auf ihre Urheberrechte, zu keiner Zeit gegeben, so dass sie gegen ihren alten Weggefährten Klage bei dem LG Mannheim einreichte

Im Rahmen ihrer Klage strebte die Sängerin eine Änderung der bestehenden GEMA-Anmeldung in der Weise an, dass sie neben den Rechten als Texterin zusätzlich zu 50 % als Miturheberin der Komposition bei der GEMA geführt wird.

Das LG Mannheim gab Frau Neigel nunmehr in seinem Urteil vom 12.08.2005 Recht und stelle fest, dass sowohl Frau Neigel als auch der ehemalige Pianist zur Komposition der Musik in einem sich wechselseitig bedingenden Schaffensprozess beigetragen haben. Allerdings habe ein bestimmter prozentualer Anteil den Parteien nicht zugewiesen werden können. In einem solchen Falle nicht möglicher exakter Feststellung des jeweiligen Urheberanteiles sei nach der Auffassung der Kammer von einer jeweils hälftigen Miturheberschaft auszugehen.

Das Gericht stellte weiter fest, dass ein Verzicht der Sängerin auf ihre Rechte von dem Ex-Pianisten nicht bewiesen werden konnte.

Dieses Urteil könnte für Frau Neigel zu einen erheblichen nachträglichen Geldsegen führen. Allerdings ist es noch nicht rechtskräftig, da dem Pianisten noch die Möglichkeit der Berufung offen steht.