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Ein Beitrag von RA André Schenk LL.M.Eur.

Das Leben bekannter Musiker und anderer Sterne und Sternchen hat schon immer die Massen interessiert. Dieses Interesse der Bevölkerung ernährt mittlerweile eine ganze Reihe von Journalisten, Fotografen und Verlagen. So gibt es Zeitschriften und Magazine, die sich ausschließlich mit dem privaten und öffentlichen Leben von bekannten Persönlichkeiten befassen. Sie recherchieren im Leben dieser Promis, fertigen Lichtbilder von Ihnen und formulieren hieraus nicht selten marktschreierische Artikel.

Doch nicht immer nehmen die Promis oder deren Angehörige die Eingriffe in ihre Privat- oder Intimsphäre hin, sondern setzen sich mit juristischen Mitteln hiergegen zur Wehr.

Die Gerichte haben sich dann regelmäßig mit der Frage zu beschäftigen, ob ein Foto oder ein Artikel über einen Promi dessen Rechte, nämlich das Persönlichkeitsrecht nach § 823 BGB oder das Recht am eigenen Bild nach § 22 KunstUrhG, verletzen.

Das LG Nürnberg-Fürth (Urteil vom 10.08.2005 – Az.: 3 0 1961/05) hatte sich mit einem solchen Sachverhalt zu beschäftigen.
Roberto Blanco, dessen Freundin und deren minderjährige gemeinsame Sohn wurde von der Zeitschrift „Bunte“ bei verschiedenen Ereignissen im Jahre 2000 und 2004 abgelichtet und in der Illustrierten im Rahmen von Beiträgen veröffentlicht.

Vertreten durch seine Mutter hatte das Kind im Jahr 2005 Schadensersatz in Höhe von 15.000,00 € eingeklagt, da in der Veröffentlichung der Lichtbilder eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts des Kindes liege.

Diesem Begehren erteilten die Nürnberger Richter jedoch eine deutliche Absage.

Nach der Auffassung des Gerichts seien die Ansprüche des Kindes hinsichtlich der ersten Aufnahmen (2000) verjährt, da zum Zeitpunkt der Klageinreichung mehr als 3 Jahre seit der Veröffentlichung der Fotos vergangen waren.

Auch hinsichtlich der 2. Fotos (2004) wurde eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts des Kindes abgelehnt.
Zwar nahmen die Richter zunächst an, dass bei Verletzung von Persönlichkeitsrechten eines Minderjährigen ein besonders strenger Schutz gelte, da insbesondere die Presseberichterstattung die persönliche und geistige Entwicklung eines Kindes negativ beeinflussen kann.
Allerdings vertraten die Richter die Auffassung, dass nicht jede Veröffentlichung von Fotos eines Kindes Schadensersatzansprüche auslösen würden. Denn über absolute Personen der Zeitgeschichte (wie hier Roberto Blanco) dürfe bei deren öffentlichen Auftritten einwilligungsfrei berichtet werden. Auch Begleitpersonen zählten zu diesem Personenkreis, wenn sie als Angehörige in der Öffentlichkeit auftreten, so dass auch über Sie jedenfalls mitberichtet werden dürfe.
Unzulässig sei es lediglich, sofern die Begleitung der Person zum Anlass genommen würde, ausschließlich über diese Begleitperson zu berichten
Dies sei aber nicht der Fall gewesen, da der Schlagerstar und seine weibliche Begleiterin im Mittelpunkt der Berichterstattung standen und das Kind lediglich am Rande mit abgelichtet worden sei.