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Ein Beitrag von RA André Schenk LL.M.Eur.

Reiseveranstalter haben gegenüber ihren Reisenden eine Reihe von Aufklärungspflichten. So müssen sie unter anderem über Krankheitsrisiken am Reiseort aufklären. Dieser Umstand muss allerdings nicht unbedingt ein Nachteil für den Reiseveranstalter sein.

Der Reiserveranstalter kann sich diese Aufklärungspflicht zu eigen machen und Sie sogar doppelt positiv für sich verwerten. Einerseits kann der Veranstalter die Aufklärung über Gesundheitsrisiken als Serviceleistung und somit als Marketinginstrument gegenüber seinen Kunden einsetzen. Andererseits kann der Veranstalter durch eine umfangreiche Aufklärung einhergehend mit der Empfehlung von Vorsorgemaßnahmen einer späteren Haftung entgehen.

Das AG Frankfurt a.M. (Urteil vom 27.12.2005, Az. 31 C 3587/04-83) hatte über die Haftung eines Reiseveranstalters im Falle einer Hepatitis-Infektion eines Reisenden in einem Vertragshotel zu entscheiden.

Ein 10 Jähriger hatte sich während eines Urlaubs in einem Hotel in Ägypten mit Hepatitis angesteckt. Der Minderjährige forderte vertreten durch seine Mutter von dem Reiseveranstalter 500,000 € Schmerzensgeld und den Ersatz aller sonstiger finanziellen Aufwendungen, da er nach seiner Auffassung von Hotelangestellten angesteckt worden sei.

Das Amtsgericht wies die Klage jedoch ab. Denn der Reiseveranstalter hatte die, die Reise buchende Mutter vor Reiseantritt ausdrücklich auf die Vorteile einer Hepatitisimpfung bei einer Ägyptenreisen hingewiesen. Aus diesem Grund lehnten die Richter eine Haftung mangels Verschuldens des Reiseveranstalters bereits dem Grunde nach ab.